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Landesverband Sachsen der Kleingärtner e.V.

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Landeswettbewerb 2017 ausgeschrieben

LfULG und LSK schreiben gemeinsamen Landeswettbewerb "Gärten in der Stadt" 2017......[mehr]

23.10.2016 09:53

Verbesserte Versicherungsbedingungen

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02.10.2016 09:28

LSK beim „Tag der Sachsen“ 2016

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Modellvorhaben Umgestaltung bestehender Kleingärten in Großenhain

Wie Kleingärten vorbildlich gestaltet und in das Stadtgrün eingebunden werden können, ist seit jeher ein Thema auf Gartenschauen. Auch im Rahmen der 3. Sächsischen Landesgartenschau in Großenhain 2002 (LGS) sollen zeitgemäße Entwicklungs- und Gestaltungslösungen gefunden werden. Dies geschieht einmal über eigens aufgebaute Musterkleingärten. Zum anderen beabsichtigt der Landesverband Sachsen der Kleingärtner e.V. (LSK), das Thema der Verbesserung und Entwicklung bestehender Kleingartenanlagen bei spielhaft aufzugreifen. Dies soll anhand einer Gruppe von Parzellen der Anlage "Freundschaft" und ihres Vereinsheimes im Rahmen eines Modellprojektes geschehen.

Neuartig und spannend ist, dass es sich nicht um die Neuanlage von Gärten handelt, sondern dass Vorschläge für bewirtschaftete Gärten entwickelt und umgesetzt worden sind. Auf die Einbindung der Nutzerideen wurde daher besonderer Wert gelegt. Im Vorfeld hatten sich Verein und Pächter der fünf Gärten bereit erklärt, an dem Modellprojekt mitzuwirken. Verfahren und Themen der Umgestaltung waren zwischen ihnen, dem LSK und der LGS abgestimmt worden. Von Anfang an hatten Pächter und Verein Anteil am Planungs- und Bauprozess.

Der LSK lobte im April 2000 mit der Landesgartenschau GmbH einen Realisierungswettbewerb aus. Teilnehmer waren Studierende des Studienganges Landespflege der Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (FH), also angehende Landschaftsarchitekten. Gartenkultur im Kleingarten sollte dargestellt und nutzbare, ästhetisch ansprechende wie umweltverträgliche Lösungen nähergebracht werden.Die Gestaltung des Umfeldes am Vereinsheim war Bestandteil der Aufgabenstellung. Die  Studierenden reichten neun Arbeiten ein. Im Mai 2000 tagte die Jury, in der Fachleute aus allen beteiligten Organisationen vertreten waren, beraten durch Vertreter des Kleingärtnervereins. Die Arbeit der Preisträgerinnen sollte, durch Ideen des Zweitplatzierten ergänzt, umgesetzt werden.

Es begann ein gemeinschaftlicher Planungs- und Entscheidungsprozess mit regelmäßigen Abstimmungsterminen aller Beteiligter vor Ort. Die Preisträger des Wettbewerbs präzisierten im Auftrage des LSK die Pläne, brachten sie mit Unterstützung der LGS zur Ausführungsreife und begleiteten die Realisierung. Die Umsetzung erfolgte durch Fachfirmen, ABM und über Eigenarbeit der Pächter und Vereinsmitglieder. Planungsverfahren, Umsetzung und Dokumentation wurden auf Antrag des LSK gefördert durch das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft. Mit dieser Veröffentlichung soll das Modellvorhaben dargestellt werden. Ziel ist, unter Kleingärtnern, Verbänden, Gemeinden und Fachinstitutionen die laufende Diskussion über die Entwicklung bestehender Kleingartenanlagen zu intensivieren. 

Vereinshaus des KGV "Freundschaft" vor der Umgestaltung

 

Der Kleingärtnerverein "Freundschaft" - Standort des Modellprojektes

Die Kleingartenanlage "Freundschaft" ist eine von 22 Anlagen der 18 000 Einwohner zählenden Stadt Großenhain in Sachsen. Sie ist Teil des geplanten Grünzuges entlang der Röderaue am südlichen Rand des Stadtzentrums. Übergeordnetes Ziel der Landesgartenschau ist, diesen 17 ha großen Bereich unter Einbeziehung der Gewässer, vorhandener Grünanlagen und ehemaliger Industrieflächen durch Schaffung neuer Freiflächen, Neuordnung und Erschließung dauerhaft aufzuwerten. Am Eingang West/Meißner Straße der Landesgartenschau 2002 befindet sich die Kleingartenanlage "Freundschaft". Der Bereich des Modellprojektes mit Vereinsheim und fünf umgestalteten Gärten ist in das Gartenschaugelände einbezogen.

Großenhainer Bürger gründeten den Verein im Jahre 1946 auf der "Flutrinne", um mit eigener Hand der Versorgungsnot der Nachkriegszeit durch den Anbau von Obst und Gemüse abzuhelfen. Viel Arbeit und Fleiß investierten die Gründungsmitglieder, um aus dem Hochwassergebiet Kleingärten zu machen. Erst nach dem Bau des Röderkanals waren die Gärten vor Überschwemmungen sicher. Im Jahre 1968 wurde dann das Spartenheim in Eigenleistung gebaut. Zeitweise gehörten die heute selbstständigen Vereine Zieschen, Hopfenbach und Dreieck dazu. Nach Abgabe von zwei Gartenparzellen für den Bau der Fußgängerunterführung Meißner Straße gehören der Anlage heute 43 Parzellen an. Ausdruck eines regen sozialen Lebens sind Vereins- und Kinderfeste mit langer Tradition sowie Seniorentreffs und Skatturniere. Nicht zuletzt spricht für die Aufgeschlossenheit des Vereins in Fragen des Kleingartenwesens die engagierte Teilnahme am Modellprojekt. 

Vereinshaus des KGV "Freundschaft" nach der Umgestaltung