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Große Apfelsortenausstellung auf der Landesgartenschau

Fotos: Krüger

Mehrere Tausend Besucher sahen den letzter Höhepunkt des sächsischen Kleingartenwesens auf der Landesgartenschau in Oelsnitz: die Ausstellung „Apfelsorten aus 6 Jahrhunderten“. Die Sortenschau wurde vom 3. bis 11. Oktober in einem 60 m² – Zelt direkt vor der MDR-Gartenlaube präsentiert. Die 135 Apfelsorten waren ihrem Alter entsprechend fortlaufend sortiert, so dass der Besucher einen umfassenden Eindruck von der Entwicklung der Apfelsorten bis zum heutigen Tag bekam.
Die Zeitreise begann mit den Wildäpfeln, den Vorfahren unserer heutigen Kultursorten, zu denen der heimische Holzapfel aber nicht gehört. Wenige bekannte Apfelsorten aus der Römerzeit waren ebenso zu sehen, wie viele der so genannten „Alten“ Sorten (15. Jahrhundert bis Anfang 20. Jahrhundert), die als wertvolles Kulturgut unserer Gesellschaft und Genreservoir erhalten werden. Abgerundet wurde die Ausstellung von internationalen modernen Apfelsorten (1950 – heute), bis hin zu neuesten Züchtungen aus Dresden Pillnitz ( Pi- und Re-Sorten ).
Die moderne Apfelzüchtung, basierend auf gezielter Kreuzung verschiedener Sorten, wurde auf einer Züchtungstafel von Pillnitzer Apfelsorten anschaulich dargestellt.
Anliegen der Ausstellung war es, auf die enorme Sortenvielfalt ( weltweit ca. 20.000! ) und deren Erhaltungswürdigkeit hinzuweisen, aber auch das Augenmerk hinsichtlich Selbstversorgung einmal auf neuere Sorten zu lenken, die es nicht im Supermarkt zu kaufen gibt. Apfelprofis wissen eines: Alte Sorten, die robust und gesund sind, eignen sich meist nur als Wirtschaftsapfel und alte Sorten, die gut schmecken, sind oft sehr krankheitsanfällig. Es gibt nur wenige Ausnahmen, gerade bei schwachwachsenden Bäumen. Moderne Züchtungen, welche für den Haus-und Kleingarten empfohlen werden, vereinen beide Eigenschaften in sich: zum einen sind sie robust, widerstandsfähig oder resistent gegenüber den wichtigsten Krankheiten und zum anderen haben sie Tafelfruchtqualität und schmecken gut.

Ergänzt wurde die Ausstellung durch Äpfel, welche zur Bestimmung der Sorte mitgebracht wurden. Dieses Angebot wurde von mehreren hundert Besuchern dankend angenommen, so dass die anwesenden Pomologen an den meisten Tagen nicht über Langeweile klagen konnten.
Die mitgebrachten Früchte zeigten die große Vielfalt an Apfelsorten in unseren Gärten. Viele „Alte“ Sorten waren dabei (u.a. Bismarck, Ontario und Martens Sämling), natürlich auch Nachkriegszüchtungen, wie Alkmene, Auralia, Carola, Clivia oder Undine und auch neuere Pillnitzer Züchtungen, wie Pikant oder Rewena.
Die Betreuer der Ausstellung beantworteten Fragen zum Obstanbau im Haus- und Kleingarten, gaben viele Tipps zur richtigen Sortenwahl und zu empfehlenswerten Bezugsquellen.
Zur Abrundung der Ausstellung wurden Handreichungen von artevos, Baumschule Müller Oschatz, Julius Kühn Institut Dresden-Pillnitz, Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (www.publikationen.sachsen.de) und dem LSK zum Mitnehmen bereitgestellt. Auch dieses Angebot wurde rege genutzt.

Besonderer Dank für die gelungene Sortenschau gilt Herrn Heinz (GF Landesgartenschau) und Prof. Manfred Fischer für die Organisation, dem Obsthof Beck aus Röhrsdorf und dem Bundessortenamt, Außenstelle Wurzen für die Bereitstellung der Äpfel, Frau Manja Kraus vom MDR-Radio Sachsen für die dauerhafte Präsenz sowie den Pomologen Manfred Schrambke (Chemnitz), Roland Lebe und Stefan Eschke (BSA Wurzen) für die Bestimmung der Apfelsorten. Abschließend an dieser Stelle noch mein persönlicher Dank für die hervorragende Unterstützung an die Geschäftsstelle des LSK sowie insbesondere an die Verbandsfachberater Peter Köhler und Gabriele Vollrodt (Aue-Stollberg), Katrin Heidenreich (Löbau) und Erik Behrens (Leipzig)!

Jörg Krüger